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Information checkedInformation unaudited Information geprüft Information ungeprüft Die Schriftstücke, die das Fondsgeschäft der LLB formten

Wer sich mit Investmentfonds in Liechtenstein beschäftigt, stösst schnell auf die Publikationen von Urs Müller. Manch einer mag sich fragen: Publikationen? Aber ja, Urs trug im Laufe seiner Karriere viele Hüte: vom Bankangestellten, von verschiedenen Führungsrollen bis hin zur Geschäftsleitung – und schliesslich auch den des Autors.

Von Elena Betz

Schon 1997 schrieb er mit an der LLB-Schriftenreihe Nr. 22 «Der Fondsstandort Liechtenstein», die für viele Finanzexperten zu einer Art Landkarte durch die damals noch junge Fondswelt in Liechtenstein wurde. Doch damit nicht genug: 2010 legte er mit «Fondsgründung in Liechtenstein – Eine Roadmap für Fondspromotoren» nach und brachte eine praxisnahe Anleitung für all jene heraus, die im liechtensteinischen Fondsmarkt Fuss fassen wollten.

Erinnerungen eines Weggefährten

Auch Karlheinz Heeb, ehemaliger Direktor der LLB, erinnert sich gut an die Werke von Urs Müller:

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«Schon in der LLB-Schriftenreihe Nr. 22 (1997) legte Urs Müller zusammen mit Dr. Franco Taisch die Grundlagen für den Fondsstandort Liechtenstein. Diese fundierte Arbeit hat dazu beigetragen, dass die LLB ihre führende Stellung in diesem Bereich weiter ausbauen konnte.»

Mit Urs Müller und Erwin Vogt verbindet Karlheinz Heeb eine besondere Erinnerung: 1996 reisten sie gemeinsam auf die Cayman Islands, um die neu gegründeten Tochtergesellschaften (LLB Fund Management (Cayman) Ltd. und LLB Portfolio Invest (Cayman) Ltd.) der LLB in Georgetown zu besuchen. Doch die Rückreise verlief anders als geplant:

In Miami, wo wir zwischenlandeten, wurde ein Sandsturm angekündigt. Kurzerhand entschieden wir uns, entgegen unseren ursprünglichen Plänen, in Miami zu übernachten. Es wurde ein unvergesslicher Abend – eines dieser spontanen Erlebnisse, die im Gedächtnis bleiben.

Karlheinz Heeb, ehemaliger Direktor der LLB

Nach drei Jahrzehnten voller Engagement für die LLB und den Fondsplatz Liechtenstein beginnt für Urs Müller nun ein neuer Lebensabschnitt. Persönlich hat Karlheinz Heeb seinen langjährigen Kollegen stets als bodenständigen Juristen und zielstrebigen Banker kennen und schätzen gelernt.

Er grüsst ihn hier in diesem Rahmen ein letztes Mal:

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«Urs, ich wünsche dir für deinen neuen Lebensabschnitt das Allerbeste. Behalte deine positive Einstellung und dein herzhaftes Lachen. Ich freue mich auf viele weitere Begegnungen mit dir.»

Der Weg zum Fondsstandort

In den 1990er-Jahren war Liechtenstein als Fondsstandort noch überschaubar, die rechtlichen Rahmenbedingungen im Aufbau und international musste man sich erst behaupten. Die LLB erkannte früh das Potenzial und arbeitete an einer stabilen Basis, während andere Finanzplätze bereits voranschritten.

Ein wichtiger Meilenstein war 1997 die Veröffentlichung der LLB-Schriftenreihe Nr. 22, die Urs Müller zusammen mit Dr. Franco Taisch verfasste. Das Werk befasste sich mit der gesetzlichen Grundlage des Fondsstandorts Liechtenstein und diente Fachleuten als verlässliches Nachschlagewerk.

Bis 2010 hatte sich Liechtenstein zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für Finanzplätze entwickelt, wie Luxemburg, die Schweiz, Malta und Irland. Politische Stabilität, EU-Kompatibilität und steuerliche Vorteile machten den Standort attraktiv. Doch mit der Umsetzung der UCITS-IV-Richtlinie (Richtlinie über Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) und der AIFM-Richtlinie (Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds) änderten sich die Spielregeln – und genau hier setzte Müllers zweites Werk an.

Vom Regelbuch zur Roadmap

«Ein klassisches Werk ist ein Buch, das die Menschen loben, aber nie lesen.» Mit diesem Zitat von Ernest Hemingway leitete Urs Müller in seine zweite Publikation ein. Viele Bücher liest man einmal und stellt sie dann ins Regal. Andere begleiten einen jahrelang, man macht Eselsohren in die Seiten und blättert immer wieder hinein. Die Publikationen von Urs Müller gehören zur zweiten Kategorie. Während die Schriftenreihe von 1997 die rechtlichen Rahmenbedingungen erläuterte, war die Roadmap von 2010 eine Art How-to-Guide für die Praxis. Sie nahm die Fondsgründer an die Hand und zeigte Schritt für Schritt, wie man einen Fonds in Liechtenstein gründet – ohne über die typischen Stolpersteine zu stolpern.

Ein Blick in die Bücher

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Warum sind diese Publikationen so wertvoll? Sie schliessen eine Lücke und machen ein sperriges Thema verständlich: Sie sind eine kompakte, verständliche und praxisorientierte Darstellung der Möglichkeiten und Vorteile des Fondsplatzes Liechtenstein.

«Der Fondsstandort Liechtenstein» (1997)

  • Gesetzliche Grundlagen: Ausführliche Erläuterung des Investmentunternehmensgesetzes (IUG) und der dazugehörigen Verordnung (IUV).
  • Rechtsstrukturen: Mögliche Rechtsformen für Investmentunternehmen.
  • Anlegerschutz: Massnahmen zum Schutz der Anlegerinnen und Anleger.
  • Zulassung und Vertrieb: Voraussetzungen für die Zulassung und den Vertrieb von Investmentunternehmen.

«Fondsgründung in Liechtenstein – Eine Roadmap für Fondspromotoren» (2010)

Diese Publikation erklärt, warum ein Private Label Fund (ein Fonds, der von einer Bank oder Verwaltungsgesellschaft für einen externen Kunden aufgelegt wird) in Liechtenstein attraktiv ist, welche Erfolgsfaktoren entscheidend sind und wie eine liechtensteinische SICAV (Société dʼInvestissement à Capital Variable, eine flexible Investmentgesellschaft) funktioniert.

  • Übersicht der regulatorischen Rahmenbedingungen: Was macht Liechtenstein besonders attraktiv?
  • Strukturierte Grafiken und Navigatoren: Ein Blick auf Fondsarchitektur, Anlageklassen und Fondsarten mit EU-Pass.
  • Praktische Hinweise: Wie lassen sich ausländische Fonds nach Liechtenstein transferieren? Welche Vorteile bietet eine liechtensteinische SICAV?
  • Steuerliche und regulatorische Aspekte: Welche Rolle spielen UCITS IV und die AIFM-Richtlinie? Wie sieht die Kostenstruktur eines Fonds aus?