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Thomas Allemann, Leiter Geschäftsstelle Vaduz – 45 Jahre bei der LLB

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1980, als ich meine berufliche Laufbahn bei der LLB begann, waren wir insgesamt ca. 150 Kolleginnen und Kollegen – jeder kannte jeden. Digitalisierung war noch ein Fremdwort, es stand nicht einmal in jeder Abteilung ein Computer. Sämtliche Arbeiten wurden mit einer «Kugelkopf-Schreibmaschine» erledigt.

Die Quartals- und Jahresabschluss-Auszüge haben wir an einem Samstag jeweils manuell gefaltet, in Couverts verpackt und an unsere Kunden geschickt.

Nach meiner Lehre startete ich 1983 im Börsenhandel. Die Geschäfte haben wir per Telefon direkt mit den Handelsplätzen in Zürich, Frankfurt, Paris, London und New York getätigt – heute nicht mehr vorstellbar.

Mitte der 1990er-Jahre wurde das erste Compliance-Core-Team der LLB gebildet, das sich wöchentlich einmal traf. Ich war als Vertreter der Kundenschalter-Front ebenfalls vertreten.

Yvonne Fehr, Beraterin Administration / PV Team Service Direkt – 40 Jahre bei der LLB

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Als ich im April 1978 meine Lehre bei der LLB begann, war vieles noch ganz anders. Ein Personalrestaurant gab es nicht, stattdessen betrieben die Lernenden einen kleinen Personalkiosk im Keller – inklusive täglichem Einkauf bei Bäcker und Metzger.

Die Bank war klein und familiär, jeder kannte jeden. Probleme wurden persönlich und direkt gelöst, der Zusammenhalt war enorm. Die Technik? Kaum vorhanden! Es gab nur ein Bankenprogramm auf riesigen Computern, Korrespondenz und Buchungsabrechnungen wurden auf der Schreibmaschine mit Durchschlag getippt – Fehler waren nicht erlaubt. Sparhefte wurden manuell auf Kontenkarten geführt und über eine grosse Buchungsmaschine verbucht. IT-Unterstützung? Fehlanzeige. Besonders in den 1980er-Jahren mit den hohen Zinssätzen bedeutete das viele Wochenend- und Nachteinsätze, um das Arbeitspensum zu bewältigen.

Im Sommer betrieben wir eine Wechselstube im Rathaus in Vaduz, im Winter eine in Malbun. Am Schalter wurden oft Reisebusse voller Touristen bedient, die verschiedene Währungen tauschten – von D-Mark über Lire bis hin zu Schilling. Auch das Einlösen von Schecks war an der Tagesordnung.

Als ich 1989 in die Babypause ging, begann die digitale Revolution. Sechs Jahre später hatte sich die IT rasant weiterentwickelt: PCs ersetzten die Schreibmaschinen, Unterschriftenkarten wurden digitalisiert, der Zahlungsverkehr automatisiert. Ein Meilenstein war die Einführung des E-Bankings – und 2011 folgte die grosse Umstellung auf Avaloq.

Heute sind die Herausforderungen andere: Die Regulierungen nehmen stetig zu, Cyberkriminalität und Kartenbetrug sind grosse Themen. Und dann die Künstliche Intelligenz – ein spannendes Feld mit grossem Potenzial, aber auch mit Risiken für Banken und Privatpersonen. Es bleibt also spannend!

Alexander Erhart, Leiter IT eWorkplace – 30 Jahre bei der LLB

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In den letzten 30 Jahren hat sich die IT-Infrastruktur rasant entwickelt. Nachfolgend zähle ich euch ein paar Meilensteine auf.

1995 Am Anfang waren wir noch ein kleines Team von sechs Personen (PC-Beratung und Netzwerk/Telefonie). Ich war zuständig für PC, Drucker, Telefone, IBM-Host-Terminal (Bankensystem) und Netzwerk und ich benötigte keine Unterstützung von einer anderen Abteilung, um einen PC, einen Drucker oder ein Telefon in Betrieb zu nehmen. Heute ist das aus Sicherheitsgründen undenkbar. Viele Tätigkeiten waren manuelle Aufgaben, wie beispielsweise einen Computer aufzusetzen. Die Automation, wie wir sie heute kennen, kam erst später, Schritt für Schritt. Dank dieser Automation können wir auch die Vollständigkeit der Software und Sicherheit gewährleisten. Für ein Problem mussten uns die Kolleginnen und Kollegen direkt kontaktieren – sei es per Telefon oder Pager.

Nicht alle Mitarbeitenden hatten ein Tischtelefon, einen IBM-Terminal oder einen PC und die Drucker waren vorwiegend lokal mit dem jeweiligen PC verbunden.

1997 Einführung von Windows NT im Handel, danach in der ganzen LLB. Und im selben Jahr wurde Lotus Notes eingeführt, das für E-Mails, Kalender, Aufgaben etc. eingesetzt wurde.

2000 Millennium Bug, weshalb viel Hard- und Software ersetzt werden musste. Dies bedingte zwei Jahre Zeit für Vorbereitung und Umsetzung.

2005 Virtualisierung im Server-Bereich. Das löste die meisten physischen Server ab.

2007 Inbetriebnahme der ersten Videokonferenzanlagen via Netzwerk und später auch nach Dubai beziehungsweise zu Abu Dhabi via ISDN, da die Internetverbindung nicht ausreichend war.

2011 Einführung von Avaloq. Die Projektphase dauerte von 2008 bis 2010. Ebenfalls wurde für die IT ein Ticketsystem eingeführt.

2015 Inbetriebnahme der ersten Werbescreens in der LLB.

2020 Wegen Corona mussten wir alle Mitarbeitenden innerhalb kürzester Zeit mit einem Notebook ausrüsten und Home Office einreichen. Vor Corona konnten nur ca. 20 Prozent der Mitarbeitenden im Home Office arbeiten, heute sind es 100 Prozent.

2020 Umstellung auf Print-FollowYou in der LLB-Gruppe.

Ab 2022 immer mehr cloudbasierte Systeme werden eingeführt.

Und nachfolgend noch ein paar Kennzahlen:

2011 gab es in der LLB-Gruppe noch über 500 Drucker, davon viele Einzeldrucker. Es wurden über 12.6 Millionen Seiten pro Jahr gedruckt. Heute gibt es nur noch 150 Drucker, die allesamt Netzwerkdrucker sind – auf diesen Druckern werden noch 3.8 Millionen Seiten ausgedruckt.

Cyrill Sele, Head of Group Corporate Communications – 30 Jahre bei der LLB

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Meine ersten Schritte bei der LLB machte ich 1987 mit einem 6-monatigen Praktikum vor meinem Studium der Betriebswirtschaften an der HSG. Ein paar Jahre später wurde ich dann offiziell ein LLBler und durfte ein einjähriges «Stage» absolvieren, heute nennen wir es Traineeprogramm. Ich durfte dabei in die verschiedensten Abteilungen Einblick nehmen und lernte dabei praktisch alle Mitarbeitenden der LLB persönlich kennen. Dies war bei rund 400 Mitarbeitenden am Standort Liechtenstein noch problemlos möglich. Heute ist das anders. Mittlerweile zählt die LLB-Gruppe rund 1'500 Mitarbeitende und ist neben Liechtenstein auch in der Schweiz, in Österreich, in Deutschland und in den Vereinigten Arabischen Emiraten präsent. Aber selbst in Vaduz im s1861 kenne ich mittlerweile nicht mehr alle Mitarbeitenden.

Bei meinem Eintritt in die LLB wurden die wichtigsten internen Informationen auf einem A4-Blatt an einem sogenannten Schwarzen Brett angeschlagen und blieben meist längere Zeit hängen. Heute haben wir die Informationen digital auf dem Intranet. Die Menge an neuen Informationen und ihre Taktfrequenz haben sich seither stark erhöht. Man muss schon jeden Morgen zuerst einen Blick auf die Übersichtsseite werfen, um keine Informationen zu verpassen. Zum Glück haben wir mit der fetten Schrift der ungelesenen Neuigkeiten eine Hilfe, mit der wir uns rasch orientieren und den Überblick behalten können.

Auch die Mitarbeiterzeitung hat in den vergangenen Jahren einen grossen Wandel durchgemacht. Bei meinem Eintritt haben wir sie noch physisch erhalten. Mittlerweile hat sie den Sprung in die neue digitale Welt geschafft. Inhaltlich gab es neben Fachthemen sehr viel Persönliches, es waren die Ein- und Austritte, die Dienstjubiläen, Hochzeiten oder Geburten aufgelistet. Mit dem Datenschutz ist das heute undenkbar geworden.

Nicht zuletzt hat sich mein Arbeitsgebiet stetig verändert. Beispielsweise umfasste der Geschäftsbericht 1995 nicht einmal ganz 50 Seiten. Bis zum Berichtsjahr 2024 ist er aufgrund der zunehmenden regulatorischen Vorschriften und der gestiegenen Erwartungen der Stakeholder an die Transparenz auf 325 Seiten angewachsen. Der Finanzbericht fand 1995 auf rund 20 Seiten Platz, heute sind es 125 Seiten. Corporate Governance, Vergütungsbericht und Nachhaltigkeitserklärung steckten dazumal noch in den Kinderschuhen und nahmen keinen oder nur einen marginalen Platz ein. Dafür waren die Bankorgane, das zeichnungsberechtigte Personal sowie die Mitarbeitenden mit Beförderungen und Dienstjubiläen, die Pensionierungen und die im Geschäftsjahr verstorbenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter namentlich aufgeführt.

Nicht geändert in all den Jahren haben sich die grosszügigen Personalregelungen. Deshalb darf ich 2025 mein 30-Jahr-Jubiläum feiern, weil mein Praktikum bei meinen Dienstjahren mitberücksichtigt wird. Somit habe ich einen kleinen Vorsprung vor Fredi Aebi und Michael Verling, die zusammen mit mir am 3. Januar 1996 ihre Laufbahn bei der LLB gestartet haben.